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Kinder und Jugendliche haben bereits ein sehr ausgeprägtes Markenbewusstsein und immer mehr Geld zur Verfügung – eine interessante und lohnende Herausforderung für Handel und Industrie.
„Genau der Schulranzen muss es sein!” Alle weiteren Argumente, und sind sie auch noch so überzeugend, zeigen keinerlei Wirkung. Eltern kennen dieses Szenario nur zu gut. Die Kinder von heute sind bestens mit den Marken vertraut und möchten ihre Individualität schon früh auch über den Besitz eigener Produkte ausdrücken. Das ist ein Ergebnis der KidsVerbraucherAnalyse (KidsVA), die der Egmont Ehapa Verlag im vergangenen Jahr veröffentlich hat. Deutlich wird auch, dass die Eltern zumeist bereit sind, die Markenwünsche ihrer Söhne und Töchter zu befriedigen. Häufig fragen sie die Kinder selbst, wenn es um Einkäufe für den Nachwuchs geht.
Zielgruppe mit Potenzial: Kinder und Jugendliche haben immer mehr Geld zur Verfügung.
Besonders das Outfit hat eine wichtige
Funktion als Statussymbol. Bei Sportschuhen (57 Prozent), Taschen und
Rucksäcken (53 Prozent) sowie Bekleidung (50 Prozent) muss es die richtige
Marke sein. Es folgen Schulsachen (44 Prozent), Handy (41 Prozent) und
Spielwaren (34 Prozent). Bemerkenswert ist dabei, dass in fast allen
Produktbereichen, die in dieser Studie näher betrachtet wurden, die Eltern
bereit sind, den konkreten Markenwünschen ihrer Kinder nachzukommen. Doch wann
und wie wird ein Produkt zum Objekt der Begierde für die kleinen Konsumenten?
Eine aktuelle Erhebung von IP Deutschland zeigt, dass die Markenwahrnehmung eng
an die kindliche Entwicklung gekoppelt ist. Kinder haben ein Interesse an
Marken, sobald sie erkennen, dass diese bestimmte Bedürfnisse erfüllen können.
Gleichzeitig wollen sie sich die Erfahrungen und das Wissen der Erwachsenen
aneignen. Dabei wird Neues in Bezug gesetzt zu vorhandenem Wissen. Das heißt,
sobald Kenntnisse über eine erste Marke existieren, wird diese zum Bezugspunkt
für alle weiteren Marken. Deutlich wird auch: Je mehr Wert die Mütter und Väter
auf bestimmte Labels legen, umso größer ist der Einfluss von Marken auf die
eigenen Sprösslinge. Freunde, ältere Kinder und die Werbung spielen ebenfalls
eine wichtige Rolle. Das kindliche Markenuniversum wächst dann gewissermaßen
Schritt für Schritt.
Bei Schulkindern
besonders ausgeprägt: Die Marke wird zum Symbol der jeweiligen Altersgruppe.
Die von IP Deutschland veröffentlichte
Studie „Marken als Fixsterne im kindlichen Universum“ konnte grundlegende
Motive für die Nutzung bestimmter Labels identifizieren. So signalisiert
beispielsweise der Kauf eines Schulranzens oft in Kombination mit Mäppchen oder
Turnbeutel vom gleichen Hersteller, dass ein Sechsjähriger jetzt ein Schulkind
ist. Das Tragen von Schultaschen oder Rucksäcken in zumeist dunklen oder
unauffälligen Farben visualisiert später den Wechsel zu einer weiterführenden
Schule. Damit werden die persönlichen Interessen auch für andere sichtbar. Die
Zugehörigkeit zu einer Gruppe wird demonstriert.
Nicht nur bei Ranzen und Mäppchen, sondern
auch bei Schreibgeräten spielt die Marke eine große Rolle. Während in der
Grundschulzeit die Erstausstattung oft durch die Lehrer vorgegeben ist, werden
Stifte bestimmter Marken später zum Ausdruck von Individualisierung und
Abgrenzung. Ein erfolgreiches Beispiel ist der „‘s move easy“ von Stabilo, der
in erster Linie die Kinder und Jugendlichen anspricht und nicht unbedingt die
erste Wahl der Eltern ist. Lesen Sie dazu auch im Anschluss das Interview mit
Jürgen Bauernschmidt.
Auch wenn es nicht leicht ist, die Vorlieben der Jugend vorauszusehen, so ist es doch ein lohnender Markt. Denn die Zielgruppe hat die finanziellen Mittel, sich ihre Wünsche zu erfüllen. Über 1,5 Milliarden Euro regelmäßige Geldzuwendungen und fast eine weitere Milliarde Euro an Geldgeschenken zu besonderen Anlässen wie Geburtstag, Weihnachten und Ostern können die 5,76 Millionen Kinder im Jahr ausgeben. Wie die KidsVerbraucherAnalyse 2007 zeigt, sind die Beträge pro Kind im Vergleich zum Vorjahr nochmals gestiegen.
Im Mittelpunkt der repräsentativen Befragung
standen im Zeitraum Mitte Februar bis Anfang April 1 588 Kinder im Alter
zwischen 6 und 13 Jahren, die ausführlich Auskunft über ihr Medien- und
Konsumverhalten gaben. Monatlich gibt es durchschnittlich 22,11 Euro
Taschengeld (Vorjahr 20,47 Euro) und zum Geburtstag und an Weihnachten zusammen
152 Euro Bares auf die Gabentische (Vorjahr 145 Euro). Auch der Osterhase
brachte neben Eiern noch im Schnitt 17 Euro mit.
Quelle: www.pbsreport.de